Zu Besuch bei den Philadelphia Flyers

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Sport
Zu Besuch bei den Flyers

Ob Phillies, Flyers oder Eagles, seit mittlerweile 20 Jahren verfolge ich die Teams aus Philadelphia, mal mehr, mal weniger intensiv. Warum ausgerechnet Philadelphia kann ich heute nur noch vermuten. Es fing wohl damals an, als ich selbst mit dem aktiven Baseball-Sport startete.

Jeder kannte die Yankees aus New York oder die White Sox aus Chicago. Auch die Cleveland Indians waren begünstigt durch den Film “Die Indianer von Cleveland” (orig.: Major League) in aller Munde. In irgendeiner TV Serie kam ich mit den Phillies in Berührung. Worum es inhaltlich ging weiß ich nicht mehr. Eins war jedoch klar: Meine Sympathien waren ab sofort vergeben. Am Ende blieb ich der Stadt wohl ganz einfach auch bei anderen Sportarten treu.

Viele Titel waren mir in dieser Zeit nicht vergönnt. Gefühlt war es sogar nur einer, die Baseball Meisterschaft 2008. Zwar gewannen die Phillies die so genannten World Series auch schon 1980. Mit meinen damals aber erst sechs Lenzen hatte ich zu dem Zeitpunkt noch ganz andere Sorgen.

Baseball und Football konnte ich bereits live genießen, jetzt also auch ein Hockey-Spiel. Verfolgt habe ich den Sport schon länger, fasziniert bin ich allerdings erst seit ein paar Jahren. Zum Glück gibt es ESPN America. Der Sender hilft, wenn man hier und da mal ein NHL-Spiel schauen will.

Beim Online-Kauf von Tickets bin ich mittlerweile ein großer Freund der Lieferoption “Print@home”. Gerade bei dieser Übersee-Bestellung schien mir das die optimale und sicherste Variante zu sein. Die Tickets liegen in Sekundenschnelle auf dem Tisch – einen Drucker vorausgesetzt.

Über Philadelphia selbst habe ich bereits berichtet. Vieles liegt in gut erreichbarer Fußweg-Nähe. Der “Sports Complex” zwar nicht ganz, ist aus der Innenstadt heraus aber dennoch gut erreichbar. Die Broad Street Line verbindet das City Center mit der AT&T Station in einer 15-minütigen Fahrt. Dort angekommen füllt sich das Blickfeld mit Sportstadien: Citizens Bank Park (Phillies, Baseball), Lincoln Field (Eagles, Football) und Wells Fargo Center (Flyers, Hockey und 76ers, Basketball) begegnen sich quasi Tür an Tür. Der Fußweg von der U-Bahn zu jedem dieser Spielstätten beträgt nur wenige Minuten.

Mit über 19.500 Plätzen für die Hockey-Spiele ist das Wells Fargo Center das fünftgrößte Stadion in der NHL – hinter Montreal (ca. 21.300), Chicago, Detroit und Tampa Bay.

Zu früh muss man allerdings nicht vor Ort zu sein, Einlass ist erst 1,5 Stunden vor Spielbeginn – zumindest war es das bei diesen beiden Besuchen. Bis dahin darf man sich aber sehr gerne die Zeit in einem der beiden Fanshops vertreiben.

Sind die Tore dann erst mal geöffnet, findet man sich in einer Mischung aus Event und Messe wieder. Neben den gewöhnlichen Essens- und Getränkeboxen wachsen jede Menge Aktions- und Attraktionsstände aus dem Boden. Von “Ein Foto mit den Ice Girls” (andere Geschichte) über jede Menge aktive Spiele- und Unterhaltungsmöglichkeiten bis hin zu diversen Bars ist alles dabei.

Natürlich darf auch der nostalgische Aspekt nicht fehlen. Bilder, Trikots und Fahnen vergangener Tage zieren durchgehend die Wände und auch die Stadiondecke selbst ist gefüllt mit Meisterschaftswimpeln der letzten Jahrzehnte – mittlerweile aber auch Standard in US Sport Arenen.

Alles konnte ich mir leider nicht anschauen. Schließlich war ich wegen des Spiels hier und wollte zur Eisfläche, auf der die Spieler beider Teams jeden Moment mit dem Warm-Up beginnen würden. Also fix Getränke und Hot Dogs gekauft und hinein. Wunderbar…

30 Minuten vor Spielbeginn bekam man zwar noch nicht das Gefühl, die Arena würde an diesem Abend annähernd voll werden. Aber rechtzeitig vor dem ersten “Puck drop” waren die Zuschauer und Fans alle auf ihren Plätzen und bereit für einen Battle gegen die Rangers.

Auch wenn einige hier in Deutschland ihre eigene Meinung dazu haben: Ich empfand die Stimmung auf den Rängen als absolut gigantisch. Ein Heimvorteil war unüberhörbar und egal wo man saß, man wurde von der Welle mitgetragen. In vielen Situationen einfach Gänsehaut pur…

Das Spiel selbst leistete an diesem Tag einen zusätzlichen Beitrag. Gegen den Rivalen aus New York war es zwar ein zu jedem Zeitpunkt spannendes und vor allem knappes Spiel. Am Ende gewannen die Flyers jedoch mit 4:2 (Tore: Schenn B., Gustafsson, Timonen, Voracek) und die Fans in Orange und Schwarz waren zufrieden.

Nach dem Spiel strömten die Massen zu den Ausgängen. Trotz der Tatsache, dass 19.000 Menschen gleichzeitig das Stadion verließen, gestaltete sich der Heimweg aber absolut stressfrei. Viele sind mit dem Auto unterwegs und durch die großen Parkplätze außerhalb entzerrte sich das ganze relativ zügig. Nach ca. 10 Minuten waren wir an der U-Bahn, die fast gleichzeitig mit uns am Bahnsteig eintraf und uns ohne großes Gedränge wieder mit zurück ins City Center nahm.

Der Besuch im Wells Fargo Center, vor allem der Besuch bei den Flyers war alleine schon die Reise wert. Die Show, die durchgehend geboten wurde, ließ das ganze Spiel zu einem äußerst kurzweiligen Ereignis werden.

Für mich ein unvergesslicher Abend…

 

 

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