Bates Motel – Ein paar Zeilen

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Film/TV/Musik
Bates Motel

Vor Kurzem lief die erste Staffel der TV-Serie “Bates Motel” im deutschen Pay TV. Nach (leider nur) zehn Episoden möchte ich gerne ein paar Zeilen loswerden, denn die Serie hat mich überzeugt.

In “Bates Motel” wird die Vorgeschichte des Hitchcock-Klassikers “Psycho” erzählt. Im Vordergrund steht Norman Bates und seine Zeit als Jugendlicher, sein Wandel hin zu eben dem psychopatischen Serienkiller, den wir aus den alten Filmen kennen. Die Idee dazu ist nicht neu. Sie wurde auch schon im vierten Film der Reihe aufgegriffen. In “Psycho IV – The Beginning” erzählt Norman Bates in einer Radio-Talkshow von seinen Kindheitserinnerungen, die dem Zuschauer in mehrere Rückblenden präsentiert werden.

Sowohl im Film als auch in der Serie spielt vor allem die Beziehung Normans zu seiner dominanten Mutter die tragende Rolle.

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Norma Bates mit ihrem siebzehnjährigen Sohn Norman nach White Pine Bay in Oregon. Dort hat sie ein altes Motel inklusive Wohnhaus ersteigert und will mit ihrem Sohn neu anfangen. Der Vorbesitzer ist wenig erfreut über seinen gezwungenen Verlust, stellt Norma schnell zur Rede und bricht eines Nachts in das Haus ein. Beim Versuch sie zu vergewaltigen wird er von Norman zu Boden geschlagen. Norma ersticht den Einbrecher und zusammen lassen sie die Leiche in den ansässigen Hafengewässern verschwinden. Doch es scheint, als wären sie nicht die einzigen mit einem dunklen Geheimnis. In einem der Motelzimmer findet Norman ein altes Skizzenbuch. Dies und viele weitere kleine Handlungsstränge lassen auch den Ort White Pine Bay und einige seiner Einwohner nicht ganz unschuldig wirken.

Trotz der Tatsache, dass die Jugendjahre des Norman Bates seit seiner Ankunft am Schauplatz der späteren Verbrechen im Mittelpunkt stehen, kann die Serie nicht als Prequel im klassischen Sinne bezeichnet werden. Nimmt man es ganz genau, befindet sich das Serienuniversum in einer anderen Zeit (nicht in den 60er Jahren, sondern heute) und an einem anderen Ort (Oregon statt Kalifornien). Das allerdings tut der Qualität soweit keinen Abbruch.

Ein weiterer Unterschied ist zumindest aktuell auch die Beziehung Normans zu seiner Mutter selbst. Während er in der Kindheitserzählung des Films von seiner Mutter psychisch missbraucht wird, verhält sie sich in der Serie eher gegenteilig. Mit fortschreitender Entwicklung ist dieser Missbrauch aber durchaus noch vorstellbar, wenn auch nicht unbedingt sehr wahrscheinlich. Denn Norman ist bereits 17 Jahre alt und nicht mehr wie im Film ein Kind.

Beide klammern sich momentan vielmehr aneinander, obwohl gerade Norman dem Zuschauer hin und wieder das Gefühl vermittelt, als würde er sich lösen wollen, als hätte er genug. Unterstützt wird er dabei nicht selten von Dylan Bates, dem bis dahin noch nie in Erscheinung getretenen Halbbruder. Dylan versucht ihn mit ganz eigenen Mitteln aus der engen Beziehung zu lösen.

Auch die Beziehung Normans zu Frauen an sich nimmt in der Serie einen intensiven Part ein. Zu erwähnen sei die von ihm angebetete Bradley, seine Lehrerin Miss Watson oder auch seine Schulfreundin Emma.

Es bleibt abzuwarten, ob das Serienfinale in naher oder besser ferner Zukunft tatsächlich auf den Start der ursprünglichen Geschichte “Psycho” ausgerichtet ist. Anzunehmen ist es. Doch ob es soweit kommt bestimmen am Ende immer die Einschaltquoten. So wie sich die Serie momentan entwickelt, hoffe ich aber auf einen würdigen Abschluss und freue mich jetzt nach dem Ende der für mich gelungenen ersten auf mindestens noch eine weitere Staffel.

Vielleicht noch ein paar Sätze zu den Hauptdarstellern. Mit Vera Farmiga als Norma und Freddie Highmore als Norman sind die Rollen meiner Meinung nach überragend besetzt. Ihre facettenreiche Darstellung der Charaktere unterstreicht die äußerst glaubwürdige Darstellung. Unterstützt werden die beiden von Max Thieriot als Dylan Bates. Zum jetzigen Zeitpunkt nimmt Normans Halbbruder den eher vernünftigen, rational denkenden Part innerhalb des Trios ein. Doch wer weiß schon, mit welchen Ideen die Macher der Serie in der kommenden Staffel auffahren…

 

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